Während sich Hunderschaften von Psychologen bemühen, ein Motiv
für die schreckliche Tat in Winnenden und Wendlingen zu finden,
und nahezu alle das Spielen von Killerspielen als Motiv erkannt
zu haben glauben, hat meine Familienpsychologin Ute Neef-Fischer
beim gestrigen Arbeitsabendessen einen für sie nahe liegenden
Ablauf heraus gearbeitet.

Als Erstes nannte sie eine Kette von Voraussetzungen (Motivation),
die zu einer solchen Tat führen können.

1. Der Grund, das Tatmotiv :
Lang andauerndes Missachten der Person des Täters in Familie und
privatem Umfeld / Schule.
Vergleichende Bewertung im Elternhaus. Bruder vs. Schwester.
“Deine Schwester ist besser als Du”!
Nebst ähnlichen kränkenden Wertungen.

2. Rachefantasien,
die sich evtl. über lange Monate hinweg summieren und mit
dem Spielen von Computerspielen abreagiert werden, bis das
sprichwörtliche Fass zum Überlaufen kommt.

3. Das Tatmittel:
Ein (junger) Mensch der mit Schußwaffen aufgewachsen ist, wird zur
Schußwaffe greifen, wenn er darüber verfügen kann.
Ohne eine verfügbare Schußwaffe keine Tötungen durch diesen
Täter.

4. Der Auslöser :
Was geschah am Abend zuvor?
Welche Gespräche im Elternhaus fanden am Vorabend statt?
Streitgespräch zwischen Vater und Sohn?
Wiederholte Vorhaltungen und Vergleiche: Sohn / Tochter?

5. Das Vorgehen:
Die Vorbereitungshandlung nahm einige Zeit in Anspruch.
Das Spielen und Schießen am Computer bis Mitternacht
konnte den Gefühlsstau nicht mehr kompensieren.
Morgens dann die Waffe, Munition nehmen und verstauen,
nachdem die Familie das Haus verlassen hatte.
Der Weg zur Schule auf dem der T. hätte sich anders entscheiden
und von seinem Vorhaben zurücktreten können.

Es war die Ausführung eines schon lange durchfantasierten Vorhabens.

Soweit unsere Familienpsychologin Ute Neef-Fischer.