Fre 17 Aug 2007
Also gegen den Strom.
Wer schon einmal, mehr per Zufall, dieses Blog besucht hat,
wird mitbekommen haben, daß ich gerne gegen den Strom schwimme.
Ob es im Fall v. Gravenreuth / Bartels war oder einige Blogger
sich Herrn Steinhöfel meinten vornehmen zu müssen.
Gegen den Strom zu schwimmen sorgt für gerades Rückgrat.
SSV Ulm, die Donau vor der Haustür. Trainieren auf der Stelle war
das. Tat gut, tut gut.
Wenn einige Blogger schäumend losgelassen, führen sie liebend
gern das Grundgesetz an, um ihrem Bedürfnis nach vermeintlicher
Gerechtigkeit Nachdruck zu verleihen.
Sie haben es nicht gelesen oder nicht begriffen.
Sinngemäß: Art.: 19 GG
“…..weiteres Regeln die einschlägigen Gesetze und Verordnungen”.
Es wäre müßig, hier das GG oder einschlägige Gesetze und
GG - Kommentare zu zitieren. Suchen Sie selbst, bitte.
Zum aktuellen durch’s Dorf getriebenen Schweinchen:
Der von einem Unbekannten weit nach der Geisterstunde hinterlassene
Kommentar bei St. Niggemeier ist/war justitiabel.
Das erkannte Herr Niggemeier und löschte ihn ohne schuldhaftes Verzögern am
Sonntag nach beenden seiner Nachtruhe.
Deshalb wird die verstrichene Zeit von einem Gericht auch als ausreichend
erachtet werden. (Sonst hatte ich einmal den falschen Beruf)
Der Begriff “Unverzüglich” allerdings kann nach dem BGB zwischen 1 Minute
und einer Woche liegen.
Da ist wohl für Seiten im Internet eine höchstrichterliche Definition erforderlich.
Auf die Unterscheidung zwischen professionell / privat geführten Seiten
will ich nicht eingehen.
Die in einigen Blogs angeprangerte Stellungnahme des TV - Format - Produzenten unter Einschließung des Zitates aus dem beanstandeten Kommentar wird falsch gewertet.
Im Kommentar bei S. Niggemeier wurde impliziert, die Firma stünde politischen
Gruppierungen nahe, die sich dem Herrn Schickelgruber verpflichtet fühlen.
Das ist nach Recht und Gesetz von Amts wegen zu verfolgen. (Kein Antragsdelikt)
Das Zitieren des Satzes in journalistischer (!) , bzw. kommentatorischer Aufarbeitung
ist hingegen kein Verstoß gegen geltendes Recht, solange es zur Verdeutlichung des
Sachverhaltes unerläßlich ist und nicht als Behauptung (allein stehend) wiederholt
wird.
Der Ursprung der schon fast kindischen Fehde liegt in (so gelesen) bisher 17 Artikeln
von Bloggern, die sich mit einem Produkt beschäftigen.
Dieses Produkt wird von der angegriffenen Firma produziert und TV - Sendern angeboten.
Der Mord mit einem Küchenmesser bringt seltsamerweise nie den Messerschleifer vor
das Gericht sondern den, der die Klinge führte.
Warum nur ist das bei S.Niggemeier anders.
Warum bekämpft er eine rechtlich nicht zu beanstandende Idee und nicht Jene die
sie umsetzen und unter das offensichtlich vorhandene Publikum bringen?
Das Gejaule wegen befürchteter Grundrechteeinschränkung bei entsprechendem
Ausgang eines noch garnicht anhängigen Verfahrens ist mir nicht verständlich.
Auch und vor allem, weil journalistisch ausgebildete Leute per Kommentare in dieses Geheul’ einstimmen.
Solidarität einfordern?
Mit wem?
Mit ALLEN Bloggern?
Wie denn, wo denn, wer sind das denn?
Sich solidarisch zu erklären ist Sache eines jeden Einzelnen.
Und dann doch bitte für nur eine Person oder für eine Sache, die Solidarität verdient.
Und das kann natürlich auch Stefan Niggemeier sein.
Ach ja, das Wichtigste hätte ich fast unterschlagen:
Bis zum Gerichtsentscheid (durch alle Instanzen ?) einfach mal die Füße still halten.
Es geht doch nur um Minuten oder Tage.
August 18th, 2007 at 3:38 am
“Bis zum Gerichtsentscheid (durch alle Instanzen ?) einfach mal die Füße still halten.”
Nö, die Aktion der Fa. Callactive zeigt schon jetzt Auswirkungen, viele Blogbetreiber schaffen die Kommentierfunktion ab oder schalten sich zu Kontrollzwecken dazwischen.
Möglicherweise überschätze ich die Wirkung des Internets, aber eine klare Stellungnahme gegen die von der Fa. Callactive geübte Praxis ist jetzt erforderlich und nicht erst wenn es vielleicht irgendwann mal zu spät ist.
August 18th, 2007 at 6:29 am
Und blöd wie Sau hat sich, wenn ich nicht wieder was verwexle, von Steinhövel getrennt.
Da hat sich wohl in der Unternehmensleitung jemand besonnen, wurde auch Zeit.
August 18th, 2007 at 9:23 am
@innenstich,
nun, das Löschverlangen war berechtigt.
Das stümperhafte Verlangen Gelöschtes zu löschen, wird vor Gerichten stirnrunzelnd bemerkt werden.
Die Begründung, jetzt schon, auch für die Zukunft ein Handeln zu verlangen ist Kokolores.
Ungereimt ist manches im Internet, seien es die rechtfertigenden Postings von CA in Blogs, ebenso wie das vorgebliche Erläuterungsschreiben einer Kiezgröße an ein Blog aus Kiel.
@Opa,
ja, den meine ich. Wenn sich allerdings jemand, bezogen auf eine bestimmte Sache, in einem uralten Interview als Arschloch bezeichnet hat, dann heißt das nicht, daß ein Blogger ihn auch als Arschloch bezeichnen darf.
Und das muß so mancher eben noch lernen.
(die Trennung wurde allerdings nicht durch Blogger bewirkt.)
Ich nutze die WP Funktion, bestimmte IP, Namen und Wörter (auch Sätze) in die Moderationsschleife zu schaufeln.
Es wäre auch ein Leichtes, bei längerer Abwesenheit mit einem Mausklick ALLE Kommentare zurückzuhalten.
Freigabe erfolgt nach meinem Willen.
Das sollte vor allem für PRO - Blogger gelten, oder wie die heißen.
August 19th, 2007 at 2:19 am
Ich bin jedenfalls ein L-Blogger (L wie Liebling), wahrscheinlich der einzige. Das ist meine Art, gegen den Strom zu schwimmen.
Wenn ich mich mal einschleimen darf: mir gefällt deine Art, zu mäßigen UND zu provozieren, ein ausgewogenes Verhältnis, wie ich finde.
Natürlich war die Steinhövel-Sache eine rein unternehmerische Entscheidung. Blogger haben hierbei (zunehmend schlechtes Image der Firma) allerdings indirekt mitgewirkt. Die Bedeutung der Bloggerei nimmt zweifellos zu, auch wenn ihr Anteil an der Meinungsbildung noch vielfach maßlos überschätzt wird.
Was mich persönlich interessiert: läßt dich diese Geschichte völlig kalt?:
http://neobazi.net/archives/7658
Du hast doch vermutlich auch zugestimmt ;-)
August 19th, 2007 at 1:39 pm
Danke, Du verstehst, oller Schleimer. ;)
Diese Sache mit Idiotensoftware beißt mich nicht sonderlich. Natürlich werde ich auch in der angebotenen Liste sein. Denn die Liste wird ja bei Google oder sonstwo ausgelesen.
Ich habe mir für Outlook “SPAMfighter” installiert. Das funktioniert so ähnlich.
Auf dem Server dort liegen alle Bösen und werden von meinem Rechner aus im Hintergrund abgeprüft, ob irgend Jemand sie blockiert hat.
Ich merke garnischts mehr davon.
Vorher ca. 100 Spam täglich und jetzt noch einen oder zwei unbekannte, die ich per einmaligem Mausklick auf dem SPAMfight-Server eintrage.
Das Kontaktformular in WP habe ich außer Betrieb genommen, da kamen seinerzeit auch täglich 3-5 Spam - Kommentare.
Ich verweise statt dessen auf ein selbst gestricktes Kontaktformular auf oldmanjo.de.
Ich sehe das alles nicht so verbissen, auch wenn meine Schreibe manchmal anderes vermuten läßt.
Was mich viel mehr berührt, ist das unisono aufkreischen, wenn mal irgendwem vermeintliches Unrecht geschieht.
Blogger sind doch keine abgeschlossene Gruppe, die den allgemeinen Gesetzen nicht unterliegt!
Und dann fechte bitte der Betroffene seinen Zwist unter Ausschöpfung der rechtlichen Möglichkeiten aus.
Geschrei hilft da nicht viel.
Gibt der Abmahner dem Gebrüll nach, dann stand die Abmahnung eh’ auf tönernen Füßen.
Zur stets angemahnten Solidarität habe ich schon etwas geschrieben.