Gedächtnisstütze


Vorgestern um Drei war die Welt noch Ordnung.
Bis 15:53 Uhr jedenfalls.
Oldman filmte das Gewitter aus sicherem Unterstand heraus und amüsierte sich über seine drei Stubentiger, die aus verschiedenen Richtungen angewetzt kamen um sich zu verkriechen.
Daher das leicht überflüssige Foto von Julchen im Cabrio .
Meine Substitution für Skat, Kegeln, Saufen, Spazierengehen mit hinter dem Rücken verschränkten Armen, wie es sich für einen Rentner in kleinen Orten geziemt, rödelte an verschiedenen Plätzen vor sich hin.
Die Wettercam jagte alle 3 Minuten ein neues Foto von den Gewitterwolken um die Welt, während ich die Handcamera fast unter das herabstürzende Wasser hielt.


Die Donnerschläge, die in dem Filmchen zu hören sind, sind so laut gewesen, als seien die Blitze justemang bei mir hier im Garten eingeschlagen.
Jetzt sitze ich wieder hier in meiner Reetloggia mit halbem Acrylglasdach, malträtiere das Notebook mit diesem Text und kann doch nicht endlich wieder ins Internet.
Aus dem schwäbischen :”Da sott doch der Blitz nei fahre“, machte Gott Donar vorgestern vollen Ernst.
Das grelle Licht am Ende des Tunnels, der aus Nah-Tod-Erlebnissen bekannt ist, ging einher mit einem derart mächtigen Schalldruck, als säße ich vor einer Bassbox im ehemaligen Pat Dancing in Stuttgart.
Kein ankündigendes Grollen oder so, wie man es von einem anständigen Gewitter ja erwarten könnte NEIN.


Blitz und Bumms gleichzeitig

.
Oldmans feinste Körperhaare machten sich ganz lang, als wollten sie seinem Haupthaar von vor 30 Jahren Konkurrenz machen. Ölöktrösche Ladung oder Entladung schwirrte um mich rum. Ich bekam eine Aura und irrlichterte förmlich. Ist ja aber auch egal.
Pfffüüüüffft, hinter mir, zwischen Scheune und Haus ist er rein.

Um 15:53:59 Uhr stellte der Rechner der Wettercam die Sendung ein.

Das war auch der Moment, als das Modem, der Router und die Netzwerkkarten zweier Rechner ihren Geist aufgaben und der Switch im Garten sich seinen Mitarbeitern anschloss.
Wobei die Reihenfolge hier unwichtig ist.
Bis vorhin war oldman mit Reparaturen beschäftigt. Gestern kaufte er sich im LEO-Center einen neuen Router/Modem/eine Netzwerkkarte hatte er noch —- und eine Butterbrezel als Frühstück.
Was oldman auf allen Vieren gestern in seinem Computerzimmer gemacht hat beschreibt er jetzt nicht.
Warum auch, das Unwetter hat in Stuttgart Tote gefordert und Sachschäden, die den Unannehmlichkeiten von oldman die Rolle von Minimalkollateralschäden zuweisen.
Für den Garten-Wettercam-Rechner half mir Bernd vorhin über die Hecke hinweg mit einer Netzwerkkarte aus.

Morgen zum K&M nach Magstadt und eine Grafikkarte besorgen. Die Schlieren auf dem Hauptschirm sind unerträglich.
Vorerst habe ich auf die geschmurgelte Grafikkarte den Lüfter einer baugleichen, auch (aber anders) defekten gesetzt. Siehe Foto.

Wie das passieren konnte?

Vom Wohnhaus bis hinter die Scheune habe ich eine 30 Meter lange “Freileitung
(hochwertiges mehrfach geschirmtes, abhörsicheres Datenkabel) gezogen.
Als Trägerkabel dient ein fest gespanntes gedrilltes Stahlseil. Zwei aussen liegende Verteilerdosen sind nicht abgeschirmt. Der Blitz knallte zwischen Haus und Scheune ins Erdreich. Da ist wohl ein wenig “Spannung” nach rechts und links durch die Kat5 Patchkabel bis in den Router /Modem - Netzwerkkarten - Switch der Rechner geflossen. Wie die Grafikkarte etwas abbekommen hat, weiss ich auch nicht.

Aber so isses. Nu löpt aalns wedder.
Nu is Sünndaach. Nu lacht der jo wieder.

Auch das kurzzeitige Hin und Her konnte mich nicht umstimmen.

Wenn ich mir das Grillen bei herrlichem Wetter vorgenommen habe,
dann will ich das auch so.

Denn, warum sollte ich mich in die Bude verziehen, nur weil das Datum
so ehern fest zu stehen scheint. Frauen sind da manchmal anderer Ansicht.
Ansichten, denen man sich tunlichst nicht immer anschließen sollte.
(Enkel vor der Glotze, Familie beim Tratschen in Küche und Wohnzimer.)
Und so kam’s wie’s kam.
Oldman zog sich um 10.00 Uhr seine Bastelklamotten an und machte sich
am Cabrio zu schaffen.
Winterräder endlich runter und Sommerräder drauf. Ölwechsel, Motor reinigen
und noch so’n paar Sachen.
Um 15.30 Uhr gab’s dann für uns beide T-Bone Steak und Schweinefilet mit
2 Kilo Spargel und leckeren Kartöffelchen vom Küchenherd.
Den anschließenden Mittagsschlaf konnte ich so richtig genießen.
Man ist ja nicht mehr der Jüngste.

Daß bis 17.00 Uhr bei kühler Luft die Sonne doch schien, war eine schöne Dreingabe.
Den späteren Regen habe ich dann herbei getanzt, damit ich recht behalte. ;-)
(Immer, wenn ich dem Wetterbericht nicht traue, giesse ich mein Gemüse.
Und tatsächlich setzt stets eine halbe Stunde später ein Landregen ein)

Das kommende Wochenende soll irgendwie Sommer sein, sagen sie.

(und jetzt bastel ich aus einem Fahrrad-Bowdenzug und einem dünnen Stahldraht den ich von meinem Segler ausgebaut habe eine Bedienmöglichkeit zur händischen Verstellung der Vergaservorwärmklappe eines Sunbeam MK III)


Es ist Affenkalt.

Die Sonne macht sich rar. Also drehe ich die Heizung auf.
Frühstück/Zeitung, Frisör (im Badezimmer), Duschen, News im Netz lesen, mich mit Don aus der Ferne über seinen Oldtimer freuen und zur Restaurierung ein glückliches Händchen wünschen. (Es gibt nämlich sogenannte “Schrauber” die sind zum Briefmarken sortieren zu blöde, wie die in meiner Heimatstadt zum Beispiel).
Und dann meinen Rentnerpflichten nachkommen. Nichts Aufregendes eigentlich.
Wer ernten will, hat Vorarbeit zu leisten.
Also mit Begeisterung in die Brennesseln.


-Rolloverbild-

Ich bin noch nicht fertig, wie zu sehen. Also ………

Vom gestrigen Umgrabespass gehörig geschlaucht, habe ich mir eine lange Nacht gegönnt und bis 09.00 Uhr geschlafen.
Frühstück um 11 Uhr: 2 Wurzeln (gelbe Rüben), also ziehe ich alle Energie aus meinem Bauchfett. Hungerstillend wirken nur 4 Flaschen Hirschquelle.
Vom Gedanken, eine Unkrautsamenhandlung zu eröffnen bin ich abgekommen.
Also, das Beet für die Stangenbohnen ein bisserl sauber gemacht.
Start um 12.30 Uhr:


-Rolloverbild-

Alles spatentief umgegraben und die Erde durch ein Sieb passiert. 2 Schubkarren voll Unkrauternte kompostiert, die gesiebte Erde wieder verteilt. Fertig um 14.30 Uhr.
Das Werk mit einem Glas Trollinger in der Hand mit schlankerer Taille und stolzer Brust begutachtet und Beine hoch gelegt.
Horridooooh.
Es geht voran.

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